Im Interview: Dr. Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und Beirätin der element-i Bildungsstiftung
Frau Dr. Herre, warum ist Ihnen das Thema Berufsorientierung ein persönliches Anliegen?
Junge Menschen sind unsere Zukunft. Ich wünsche mir, dass sie selbstbestimmt ihren Weg gehen, zur Gesellschaft beitragen und die Welt mitgestalten. Dafür ist es entscheidend, dass sie früh entdecken, was sie begeistert – und Freude daran entwickeln. Deshalb ist Berufsorientierung für mich so wichtig.
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Welche Rolle spielt Bildung in der Arbeit der IHK?
Bildung ist unsere DNA. Zwei Drittel unserer Arbeit dreht sich um Aus- und Weiterbildung. Der demografische Wandel stellt uns vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, Talente früh zu fördern und auch Menschen aus dem Ausland für Ausbildung zu gewinnen.
Was überzeugt Sie an der Kooperation mit der element-i Kinderwerkstatt Tüftlerei?
Wir arbeiten hier mit sehr jungen Kindern. Das ist besonders. Sie dürfen handwerklich tätig sein, entdecken spielerisch ihre Stärken. Gleichzeitig wachsen unsere Auszubildenden daran, wenn sie Kindern etwas beibringen. Das fördert Empathie und Verantwortungsbewusstsein.
Wie hilft die Tüftlerei gegen den Fachkräftemangel – besonders im Handwerk?
Indem Kinder Werkzeuge in die Hand bekommen, erleben sie Handwerk als etwas Spannendes. Das kann Lust auf mehr machen und ein veraltetes Bild vom Handwerk korrigieren. So entsteht langfristig Interesse. Genau das brauchen wir.
„Gemeinsam Zukunft gestalten” heißt für Dr. Susanne Herre: Verantwortung übernehmen – nicht nur für heute, sondern für das Morgen unserer Kinder.
Wie denkt die IHK „heute schon an morgen“?
Mit Projekten wie den „Ausbildungsbotschaftern“, Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Betrieben oder dem „Kümmerer-Projekt“ für geflüchtete Jugendliche. Das sind wichtige Bausteine für die Fachkräftesicherung der Zukunft.
Was müsste sich gesellschaftlich ändern, damit solche Partnerschaften mehr bewirken können?
Mehr Offenheit und weniger Regulierung. Wir brauchen mehr Raum für kreative Initiativen wie die Tüftlerei. Bildung darf nicht nur aus starren Vorgaben bestehen. Es braucht Flexibilität und Vertrauen ins Engagement.
