„Ich frage mich bei jedem Projekt: Wie fühlt sich das für ein Kind an?”

Sven Thümmel, Projektmanagement

Wenn Sven Thümmel über seine Arbeit im Projektmanagement spricht, klingt das ganz und gar nicht nach Aktenordnern, Paragrafen oder trockenen Bauvorschriften. Es klingt nach Leidenschaft, Verantwortung – und einem Perspektivwechsel. Denn Sven schaut sich Baustellen auch aus einer anderen Höhe an: „Ich lege mich auf den Boden und frage mich, wie das Ganze wohl aus Kinderaugen wirkt.“

Seit 2018 begleitet der gelernte Koch den Bau neuer Kinderhäuser – von der ersten Idee bis zur Eröffnung. „Mein erstes Projekt war auch mein lehrreichstes“, erzählt er. „Ich kam ja aus einer ganz anderen Welt – Küche statt Kabelschacht.“ Dass der berufliche Neustart mit Herausforderungen verbunden war, hat ihn nicht abgeschreckt. Im Gegenteil: „Ich habe Fehler gemacht – und daraus gelernt. Heute weiß ich genau, worauf es ankommt.“

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Flexibel, geduldig, technisch versiert – so beschreibt Sven den Arbeitsalltag im Projektmanagement. Und ja, manchmal bedeutet das auch, wochenlang auf eine Genehmigung zu warten oder eine Lösung für einen überraschenden Wasserschaden zu finden. Aber genau das mache den Reiz aus. „Am meisten Spaß macht mir das Problemlösen – und der Moment, wenn man sieht: Jetzt steht das Haus!“

„Gemeinsam Zukunft gestalten” heißt für Sven: kindgerechte Räume, in denen Lernen, Spielen und Wachsen möglich sind.

Doch ein Kinderhaus ist für ihn weit mehr als ein fertiger Bau. Es ist ein Ort, an dem Zukunft entsteht. „Wir bauen keine Gebäude – wir schaffen Lebensräume. Für Kinder, aber auch für die Gemeinschaft. Und das geht nur, wenn wir die Perspektive der Kinder ernst nehmen.“ Was das konkret heißt? „Dass wir uns mit den Pädagoginnen und Pädagogen abstimmen, zuhören, was sie brauchen – denn sie wissen am besten, was Kinder benötigen.“

Ob Stein auf Stein oder in Modulbauweise – jedes Projekt ist für Sven ein neues Abenteuer. Eines, das man nur gemeinsam meistern kann. Mit Kolleg:innen, mit Handwerkern, mit der Kommune.

„Wir müssen Bildung als gemeinsame Aufgabe denken – so entsteht eine lebenswerte Zukunft!“

Waltraud Weegmann, Geschäftsführerin

Chancengleichheit ist kein abstraktes Ideal – sie beginnt im Alltag. In unseren element-i Einrichtungen bedeutet Bildungsgerechtigkeit, jedes Kind in seiner Einzigartigkeit zu sehen, es unabhängig von Herkunft, Sprache oder finanziellen Möglichkeiten wertzuschätzen und zu fördern. Das gelingt nur, wenn wir als Gesellschaft verstehen, dass frühe Bildung weit mehr ist als Betreuung. Sie ist ein Fundament – für Teilhabe, für Persönlichkeitsentwicklung, für Zukunft. Damit dieses Fundament trägt, benötigen wir eine Politik, die investiert und zwar verlässlich, strukturell und nicht nur in Form von Projektförderungen. Wir brauchen eine öffentliche Verwaltung, die ermöglicht. Und wir brauchen Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

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Gleichzeitig sehen wir, wie sehr sich die Lebensrealitäten von Familien verändern. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist kein Luxus – sie ist Notwendigkeit. Ein modernes Bildungssystem muss darauf Antworten geben: mit flexiblen Betreuungsmodellen, verlässlicher Qualität und Strukturen, die Raum für individuelle Lösungen schaffen. Es geht nicht darum, möglichst viele Stunden abzudecken, sondern um die richtigen Angebote zur richtigen Zeit. Damit Eltern Familie und Beruf wirklich miteinander leben können, braucht es tragfähige Partnerschaften zwischen Trägern, Unternehmen, Kommunen und Politik.

„Gemeinsam Zukunft gestalten“ heißt für mich: Bildung nicht länger als Einzelleistung zu denken. Nicht als Aufgabe der Eltern. Nicht als Aufgabe der Politik. Nicht als unsere als Träger. Sondern als Gemeinschaftsprojekt. Wir brauchen Wirtschaftsunternehmen, die sich aktiv einbringen. Eine Politik, die zuhört und mitgestaltet. Eine öffentliche Verwaltung, um innovative Projekte möglich zu machen. Familien, die Vertrauen schenken. Und Menschen, die mit Herz, Wissen und Haltung tagtäglich den Unterschied machen. Wenn es gelingt, diese Kräfte zu bündeln, dann entsteht echte Veränderung.

„Wir managen Millionen, das ist eine große Verantwortung.”

Wenn ein neues element-i Kinderhaus geplant wird, ist sie meist schon mittendrin, bevor der erste Stein gesetzt ist: Jasmin Beck und das Team Bezuschussung sorgen dafür, dass die finanzielle Basis stimmt. Seit 17 Jahren arbeitet die Sozialversicherungsfachangestellte bei KONZEPT-E – und ist längst so etwas wie das institutionelle Gedächtnis. Oder wie sie selbst sagt: „Ich bin ein alter Zuschuss-Hase.“ Doch „alt“ bedeutet hier alles andere als eingerostet. Im Gegenteil: Jasmin denkt Finanzierung dynamisch, vorausschauend
– und mit einem klaren Blick auf die Zukunft der Bildung.

Jasmin Beck, Bezuschussung 

Die Bezuschussung regelt alle Fördermodalitäten auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Das klingt trocken, bedeutet in der Praxis aber: Ohne ihre Arbeit gäbe es keine finanzielle Basis für unsere pädagogische Qualität. Bis zu 80 Prozent der Betriebskosten eines Hauses hängen an Fördermitteln – und damit an Jasmin und ihren Kolleg:innen.

„Was viele nicht wissen: Fast jede Abteilung hat mit uns zu tun – z.B. Kundenmanagement und Personal. Alles hängt zusammen.“ Daher ist zum Beispiel Vernetzung für sie zentral. Sie analysiert Bedarfe, verhandelt mit Kommunen und begleitet politische Entwicklungen. „Nur gemeinsam funktioniert es gut. Das eine geht nicht ohne das andere.“

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Gestaltungsspielräume nutzen – im rechtlichen Rahmen
Manchmal geht es um Detailfragen – ein fehlender Beleg, eine Betriebserlaubnis, eine neue Förderung. Manchmal geht es um Strukturveränderungen: „Wie können wir die Finanzierung anpassen, wenn sich Fachkräftemangel oder Bedarfsplanung verändern?“ Dazu gehören auch politische Instrumente wie der Erprobungsparagraf oder die Erweiterung des Fachkräftekatalogs – Hebel, um die Situation in Kitas vor Ort zu verbessern. Das heißt auch: Gesetze lesen, mit Ämtern verhandeln, geduldig bleiben. „Bezuschussung ist manchmal trocken. Aber sie wirkt unmittelbar. Und das ist das Schöne daran.“

„Bildung darf kein Nischenthema sein.“
Für Jasmin ist klar: Wer über die Zukunft spricht, muss über Bildung sprechen – und über deren Finanzierung. „Es geht hier nicht um ‚nette Projekte‘. Wir investieren in unsere Zukunft – in die Kinder, in die Gesellschaft. Das muss viel mehr ins Bewusstsein rücken.“

„Wir müssen uns endlich was trauen.”

Im Interview: Tim Arndt-Sinner, stv. Vorsitzender des Deutschen Kitaverbands (DKV) und Geschäftsführer von Kinderfreunde Wedemark gGmbH

Herr Arndt-Sinner, Sie sind Geschäftsführer eines freien Trägers und seit vielen Jahren im Deutschen Kitaverband engagiert. Was motiviert Sie?
Ich wollte von Anfang an etwas verändern. Lange waren freie Träger politisch kaum vertreten. Der DKV gibt uns eine Stimme, und wir haben schon einiges bewegt. Wenn man spürt, dass Argumente Wirkung zeigen und man tatsächlich etwas zum Besseren verändern kann, dann ist das der größte Antrieb.

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Wie schätzen Sie die aktuelle Situation in der Kita-Landschaft ein?
Ehrlich gesagt: Es fehlt an allem. Vor allem am Personal – und das wird sich bis 2030 auch nicht grundlegend ändern. Gleichzeitig ersticken viele Träger in Bürokratie. Wir betreiben in Niedersachsen mehrere Kitas, und die größte Herausforderung ist nicht der Alltag mit den Kindern, sondern der Verwaltungsaufwand drumherum.

Was müsste sich ändern?
Wir brauchen vor allem eines: Vertrauen. Weniger Kontrolle, mehr Ermöglichung. Träger wollen gestalten, aber wir werden zu oft durch Regularien ausgebremst. Ich wünsche mir einen echten Bürokratieabbau und bundesweit einheitlichere Regelungen. Wenn ein pädagogischer Ansatz in Baden-Württemberg funktioniert, warum darf man ihn nicht in Niedersachsen übernehmen?

Gibt es konkrete Forderungen an die Politik?
Viele. Aber die Wichtigste ist: Traut euch, Dinge auszuprobieren! Politik darf nicht nur reagieren, sie muss auch mal gestalten. Der sogenannte „Erprobungsparagraf“ in Baden-Württemberg ist ein guter Ansatz. Wir brauchen solche Modelle in allen Bundesländern. Denn was gut für Kinder ist, zeigt sich nicht im Konzeptpapier, sondern in der Praxis.

Wie sieht für Sie eine zukunftsfähige Kita-Landschaft aus?
Eine Kita-Welt mit weniger Vorschriften, mit motivierten, gut bezahlten Fachkräften und einem echten Miteinander mit Eltern. Und ich wünsche mir mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Arbeit, die wir leisten – mit den Kindern, aber auch mit den Familien.

Geld ist ein Dauerthema. Wo liegt für Sie der Kern des Problems?
Es fehlt nicht nur an Geld, sondern an klugen Investitionen. Statt zentral gesteuerte Projekte aufzusetzen, sollten Bund und Länder Mittel so einsetzen, dass sie direkt bei den Trägern ankommen – zum Beispiel für Ausstattung oder Personalgewinnung. Es braucht langfristige Finanzierungsmodelle und weniger planwirtschaftliches Denken.

Was erwarten Sie vom Bund, den Ländern, den Kommunen?
Der Bund sollte sich stärker einbringen – aber bitte mit klaren Vorgaben. Wenn Geld etwa für Sprachförderung vorgesehen ist, dann darf es nicht im allgemeinen Haushalt versickern. Die Länder müssen bessere Anerkennungsverfahren für Fachkräfte schaffen, gerade aus dem Ausland. Und die Kommunen brauchen Entlastung, damit sie wieder mehr in die Kitas investieren können.

Was bedeutet für Sie persönlich „Gemeinsam Zukunft gestalten“?
Für mich heißt das: Kita, Politik, Gesellschaft – alle ziehen an einem Strang. Frühkindliche Bildung ist kein Randthema, sondern der Schlüssel für alles. Wenn wir wollen, dass Eltern arbeiten und Kinder gut aufwachsen, dann müssen wir gemeinsam Verantwortung übernehmen. Und: Wir dürfen nicht müde werden, das immer wieder zu sagen – auch wenn der Weg lang ist.

Bildquelle Titelbild: adobe.stock.com

„Wir wollen, dass unsere Mitarbeitenden ihre Kinder gut versorgt wissen.”

Sönke Claussen, Geschäftsführer Bee360 GmbH

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für viele Eltern eine tägliche Herausforderung – und für Unternehmen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wer verlässliche Betreuungslösungen schafft, stärkt nicht nur die Zufriedenheit im Team, sondern auch die Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmens. Doch nicht jeder Betrieb kann eine eigene Kita realisieren. Eine flexible und bewährte Alternative sind Belegplätze in bestehenden Kinderhäusern.

„Gemeinsam Zukunft gestalten” heißt für Sönke Claussen: die Lebensrealitäten von Eltern ernst nehmen und familienfreundliche Strukturen nicht als Bonus, sondern als festen Bestandteil einer modernen Unternehmenskultur sehen.

Bee360: Familienfreundlichkeit mit System
Die Bee360 GmbH aus Karlsruhe mit rund 80 Mitarbeitenden hat sich bewusst für dieses Modell entschieden und sich zwei Belegplätze in element-i Kinderhäusern gesichert. So erhalten Mitarbeitende mit kleinen Kindern einen verlässlichen Betreuungsplatz – ohne lange Wartezeiten oder unsichere Zusagen. Für viele Familien ein spürbarer Unterschied im Alltag.

„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für uns kein optionaler Zusatz, sondern essenziell“, sagt Sönke Claussen, Geschäftsführer der Bee360 GmbH. „Unternehmen, die in Vereinbarkeit investieren, profitieren langfristig von motivierten, loyalen und produktiven Mitarbeitenden. Die Belegplätze in einem element-i Kinderhaus sind für uns die perfekte Ergänzung zu
unseren flexiblen Arbeitszeitmodellen und mobilen Arbeitsmöglichkeiten.“

„Gemeinsam Verantwortung übernehmen und im Miteinander Lösungen finden. ”

Im Interview: Dr. Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und Beirätin der element-i Bildungsstiftung 

Frau Dr. Herre, warum ist Ihnen das Thema Berufsorientierung ein persönliches Anliegen?
Junge Menschen sind unsere Zukunft. Ich wünsche mir, dass sie selbstbestimmt ihren Weg gehen, zur Gesellschaft beitragen und die Welt mitgestalten. Dafür ist es entscheidend, dass sie früh entdecken, was sie begeistert – und Freude daran entwickeln. Deshalb ist Berufsorientierung für mich so wichtig.

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Welche Rolle spielt Bildung in der Arbeit der IHK?
Bildung ist unsere DNA. Zwei Drittel unserer Arbeit dreht sich um Aus- und Weiterbildung. Der demografische Wandel stellt uns vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, Talente früh zu fördern und auch Menschen aus dem Ausland für Ausbildung zu gewinnen.

Was überzeugt Sie an der Kooperation mit der element-i Kinderwerkstatt Tüftlerei?
Wir arbeiten hier mit sehr jungen Kindern. Das ist besonders. Sie dürfen handwerklich tätig sein, entdecken spielerisch ihre Stärken. Gleichzeitig wachsen unsere Auszubildenden daran, wenn sie Kindern etwas beibringen. Das fördert Empathie und Verantwortungsbewusstsein.

Wie hilft die Tüftlerei gegen den Fachkräftemangel – besonders im Handwerk?
Indem Kinder Werkzeuge in die Hand bekommen, erleben sie Handwerk als etwas Spannendes. Das kann Lust auf mehr machen und ein veraltetes Bild vom Handwerk korrigieren. So entsteht langfristig Interesse. Genau das brauchen wir.

„Gemeinsam Zukunft gestalten” heißt für Dr. Susanne Herre: Verantwortung übernehmen – nicht nur für heute, sondern für das Morgen unserer Kinder.

Wie denkt die IHK „heute schon an morgen“?
Mit Projekten wie den „Ausbildungsbotschaftern“, Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Betrieben oder dem „Kümmerer-Projekt“ für geflüchtete Jugendliche. Das sind wichtige Bausteine für die Fachkräftesicherung der Zukunft.

Was müsste sich gesellschaftlich ändern, damit solche Partnerschaften mehr bewirken können?
Mehr Offenheit und weniger Regulierung. Wir brauchen mehr Raum für kreative Initiativen wie die Tüftlerei. Bildung darf nicht nur aus starren Vorgaben bestehen. Es braucht Flexibilität und Vertrauen ins Engagement.

Gruppe mit Schülerinnen und Schülern im Technikraum

„Es geht darum, junge Menschen zu stärken.”

Marjoke Breuning, Stadträtin in Stuttgart und stv. Beiratsvorsitzende der element-i Bildungsstiftung

Wenn Marjoke Breuning über Bildung spricht, dann nicht in Schlagworten. Sondern in Zusammenhängen. In Perspektiven. Und mit einer Überzeugung, die sich durch ihre gesamte Biografie zieht. Die Unternehmerin, Gemeinderätin und Vorsitzende der Wirtschafts- und Industrievereinigung Stuttgart e. V. bringt sich mit Energie und Erfahrung in vielen Bereichen ein – unter anderem als engagiertes Beiratsmitglied der element-i Bildungsstiftung.

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„Ich möchte Brücken bauen – zwischen Wirtschaft, Politik und Bildung.“

Für Marjoke Breuning ist klar: Bildung beginnt nicht in der Berufsschule oder im Studium. Sondern viel früher – in der Kita, im Alltag, im Spiel. Frühkindliche Bildung ist für sie kein Nischenthema, sondern ein gesellschaftlicher Kernauftrag. „Bildung ist der Schlüssel für beruflichen Erfolg, für Persönlichkeitsentwicklung und für eine offene, demokratische Gesellschaft. Und deshalb müssen wir früh ansetzen.“ Schon seit über zwanzig Jahren kennt sie das KONZEPT-E Netzwerk, heute begleitet sie die Bildungsstiftung als aktive Förderin und Botschafterin. Ihr Ziel: Das Netzwerk bekannter machen, Türen öffnen, Unterstützer:innen gewinnen.

„Es ist großartig, wie viele engagierte Menschen mit Herzblut hinter dieser Idee stehen.“

Für sie ist die Bildungsstiftung ein Ort gelebter Verantwortung: Bildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, offen für alle Kinder – besonders auch für jene, die sonst keine Förderung erhalten würden. „Wir müssen Kinder mitnehmen, die sonst durchs Raster fallen.“
Marjoke Breuning weiß, wovon sie spricht. Sie wuchs in einem bildungsbürgerlichen Haushalt auf, lernte Instrumente, besuchte Museen. Aber auch eine unternehmerisch geprägte Umgebung war Teil ihrer Kindheit: „Im Unternehmen meiner Eltern durfte ich malen, pinseln, handwerkliche Dinge ausprobieren. Diese Vielfalt hat mich geprägt.“ Bildung bedeute für sie daher nicht nur schulische Wissensvermittlung, sondern ganzheitliche Entwicklung.

„Gemeinsam Zukunft gestalten” heißt für Marjoke Breuning: früh investieren, gezielt fördern und gemeinsam dafür sorgen, dass jedes Kind die Chance hat, sich zu entfalten.

Was sie sich für die Bildungslandschaft wünscht?

Klarere Zuständigkeiten, weniger Bürokratie, mehr Verlässlichkeit. „Ich würde den Föderalismus im Bildungsbereich abschaffen. Standardisierung kann helfen, damit Pädagoginnen und Pädagogen sich wieder mehr auf die Kinder konzentrieren können.“ Und: „Sprache ist der Schlüssel – besonders in Städten mit hohem Migrationsanteil.“ Am Ende geht es ihr nicht nur um Leistung, sondern um Haltung. Sie wünscht sich, dass jedes Kind gesehen wird, mit seinen Stärken wie mit seinen Herausforderungen. Denn wer früh lernen darf, sich selbst zu entwickeln, kann später auch Verantwortung übernehmen – beruflich, gesellschaftlich, privat.

„Die Wirtschaft profitiert davon, wenn Bildung gelingt – und sie sollte ein aktiver Teil davon sein.“ 

Als Ausbilderin von über 50 Auszubildenden weiß sie: Auch Unternehmen haben einen pädagogischen Auftrag. „Es geht nicht nur um berufliche Qualifikation, sondern auch darum, junge Menschen zu stärken.“ Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Bildung ist für sie deshalb kein Nice-to-have, sondern eine Notwendigkeit.

„Das Gebäude ist der dritte Lehrer – daher soll es zum Lernen anregen.”

Olaf Hübner, Dipl.-Architekt und Geschäftsführer der plus bauplanung GmbH

Herr Hübner, wer sind Sie – und was bewegt Sie als Architekt?
Ich bin Olaf Hübner und Partner im Büro plus bauplanung in Neckartenzlingen. Wir sind ein 15-köpfiges Team mit Schwerpunkt auf sozialer Architektur: Schulen, Kindergärten und Jugendhäuser. Für uns ist Bauen nie nur eine technische, sondern immer auch eine soziale Aufgabe. Wir gestalten Räume für Gemeinschaften – lebendige Orte, die Menschen schützen, einladen und inspirieren. Das Ziel ist immer, ein Gebäude zu schaffen, das sich die Menschen zu eigen machen können und das echte Beziehungen stiftet.

„Gemeinsam Zukunft gestalten” heißt für Olaf Hübner: Orte schaffen, die dazu einladen, weiterzudenken, zu lernen, sich einzubringen und Neues zu entdecken.

Was war Ihre Leitidee beim element-i Bildungshaus in Karlsruhe?
In Karlsruhe wollten wir eine durchlässige, innovative Lernumgebung entwickeln, in der Kinderkrippe, Kindergarten sowie Grund- und weiterführende Schule unter einem Dach zusammenfinden. Das lange, schmale Grundstück stellte hohe Anforderungen – unsere Antwort war eine gegliederte Bauweise, die den Anforderungen der element-i Konzeption mit den verschiedenen Lernhäusern und einem zentralen Marktplatz entsprochen hat. Diese Struktur bietet Orientierung, schafft Identifikation und bildet pädagogische Offenheit auch architektonisch ab. Flexible Grundrisse und großzügige Dachterrassen ermöglichen Bewegung und Begegnung – auf allen Ebenen.

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Welche Gedanken fließen in das geplante Bildungshaus in Stuttgart ein?
In Stuttgart sind die Voraussetzungen andere: Das Grundstück ist recht klein, die städtebaulichen Rahmenbedingungen eng. Hier braucht es pragmatische Lösungen. Gleichzeitig wollen wir aber den Geist der element-i Pädagogik unbedingt bewahren. Nur so kann aus der Architektur ein echter Bildungsort werden. Das wird daher unser Kompass in der weiteren Planung bleiben.